Ein Strand, zu dem man fährt, obwohl man laufen könnte
Die meisten Budva-Besucher erreichen den Mogren-Strand auf die falsche Weise. Sie lassen sich vom Hotel ein Taxi rufen, zahlen 5 € pro Strecke und kommen verschwitzt an, zehn Minuten bevor die halbe Strandbar-Crowd sie überholt. Die offen sichtbare Route ist ein zwölfminütiger Spaziergang vom Westtor der Old Town über einen Klippenpfad, vorbei an einer der bekanntesten Statuen der Stadt und durch einen in den Kalkstein gehauenen Tunnel.
Es ist kein Geheimnis, der Weg ist beschildert, aber er bleibt übersehen, weil er hinter den Stadtmauern in eine Richtung beginnt, in die die meisten Reisegruppen nicht gehen.
So finden Sie den Anfang
Verlassen Sie die Old Town durch das Hauptseetor (das zur Marina hin), gehen Sie am Wasser nach Norden vorbei an den Bootstour-Kiosken und weiter, bis das Pflaster in einen Küstenpfad übergeht. Die Straße endet am Hotel-Avala-Komplex; der Pfad führt durch einen Bogen unmittelbar dahinter weiter.
Von dort folgt der Weg etwa 200 Meter dicht an der Klippe, mit der Adria direkt darunter. Ein Metallgeländer begleitet die ganze Strecke. Im Juli und August wird der Pfad mittags durch Familien auf dem Rückweg vom Strand belebt; vor 10 Uhr oder nach 17 Uhr haben Sie ihn meist für sich.
Die Ballerina-Statue
Auf halbem Weg, auf einem Felsvorsprung über dem Wasser, steht die Statue der Ballerina: eine Bronzefigur in einer Pirouette, auf einem Fuß balanciert, die Arme nach oben gestreckt. Sie ist Budvas meistfotografiertes Wahrzeichen abseits der Architektur und trägt eine Volkserzählung, die jeder erzählt und niemand belegt: eine ortsansässige Frau, die jeden Tag auf ihren Seemannsverlobten wartete, der nie von einer Reise zurückkehrte.
Die Statue wurde 2007 vom montenegrinischen Bildhauer Gradimir Aleksić aufgestellt. Die Legende ist älter als die Statue. Verschiedene Fassungen derselben Wartender-Frau-Geschichte werden an der gesamten Adriaküste erzählt, daher kann es sein, dass die Skulptur an eine bestehende lokale Erinnerung angepasst wurde, nicht umgekehrt. So oder so liefert sie den Aussichtspunkt für das klassische Foto von Budvas Mauern aus Seeperspektive.
Durch den Tunnel
Dreißig Meter hinter der Ballerina senkt sich der Pfad und führt in einen kurzen Tunnel im Felsen. Er ist etwa 20 Meter lang, unbeleuchtet und auch im Hochsommer kühl. Sie merken, dass der Strand nahe ist, weil das Echo der Brandung an den Wänden zurückwirft, bevor Sie das Wasser sehen.
Mogren I: die erste Bucht
Aus dem Tunnel kommend stehen Sie an Mogren I, der ersten der beiden Buchten. Es ist ein breiter Streifen aus feinem Kies und Sand, eingerahmt von Klippen. Eine Strandbar zieht sich an der Rückwand entlang und verkauft Getränke, Eis und gegrillte Speisen; Liegestühle und Sonnenschirme werden tageweise vermietet, die Preise stehen am Eingang auf einer Tafel.
Der Einstieg ist im vorderen Bereich flach und sanft, weiter draußen wird es tiefer. Das Wasser klärt an ruhigen Tagen auf 8 bis 10 Meter Sicht, weil hier weder ein Fluss mündet noch nennenswerter Bootsverkehr herrscht.
Hinüber zu Mogren II
Ein zweiter, kürzerer Tunnel am hinteren Ende von Mogren I führt zu Mogren II. Diese Bucht ist kleiner, ruhiger und meist 20 bis 30 Prozent leerer als die erste. Die Wasserqualität ist gleich; der Hauptunterschied: Mogren II hat keine Strandbar und keinen Liegenverleih, also Handtuch und Wasser selbst mitbringen.
Mogren II ist die Wahl der Einheimischen, wenn die erste Bucht voll ist. Es ist auch die bessere Option, wenn Sie Schwimmen mit Schnorcheln verbinden wollen: Die Felsen am hinteren Ende der Bucht haben ein kleines Riff mit Lippfischen, Mönchsfischen und gelegentlich einer Krake.
Praktische Hinweise
Saison: Der Pfad ist ganzjährig geöffnet. Die Strandbars an Mogren I arbeiten nur von Mai bis September.
Badekleidung auf dem Pfad: Nach montenegrinischem Recht muss Badekleidung außerhalb ausgewiesener Strandbereiche bedeckt sein. Im Überwurf laufen, am Strand umziehen.
Schuhe: Der Pfad ist eben, aber der Tunnelboden uneben und oft feucht. Sneaker oder feste Sandalen schlagen Flip-Flops.
Rückweg: Auf gleichem Weg zurück oder ein Taxi vom Hotel oberhalb von Mogren I (5 € zur Old Town).
Regen: Vermeiden. Der Kalkstein wird rutschig, die Tunnel tropfen. Bei Regen bleibt der Pfad offen, wird aber leicht gefährlich.
Mit der Old Town verbinden
Der beste Plan für einen halben Tag: Morgenkaffee innerhalb der Old-Town-Mauern, Spaziergang nach Mogren, Bad und Mittagessen in der Strandbar, Rückweg über denselben Pfad zum goldenen Licht in der Old Town. Gesamtstrecke unter 2 km, alles eben, kein Auto nötig.


